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Salzburg
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Salzburgs neues Entrée glänzt im Mirabellgarten: In der Orangerie zeigt das fast 200 Jahre alte Sattler-Panorama die Stadt als großes 360-Grad-Bild.
Vom Blickpunkt der Festung aus entfalten sich Dom, Türme, Salzach und Berge.
Hier wird das UNESCO-Welterbe nicht museal verwahrt, sondern neu inszeniert – als elegantes Schaufenster zwischen barocker Stadtsilhouette, historischer Erinnerung und digitaler Gegenwart. Und Salzburg wird zum Sehnsuchtsort, zur funkelnden Festspielstadt, zur Kunst- und Kulturmetropole.
Gabi Czöppan
Salzburgs historisches Zentrum: Die Salzburger Altstadt mit DomQuartier, der Getreidegasse, dem Friedhof St. Peter, dem Festspielbezirk, den Stadtbergen Mönchsberg mit Festung Hohensalzburg und Stift Nonnberg sowie Kapuzinerberg mit Franziskanerkloster, dem Mirabellgarten, der Linzer Gasse mit Friedhof St. Sebastian und einem Teil des Nonntals ist seit 1996 UNESCO-Welterbe. Dieses Gebiet entspricht der spätmittelalterlichen und im Barock umgestalteten Altstadt innerhalb historischer Stadtmauern.
Orte der Begegnung, des Austauschs, der Auseinandersetzung mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: „Salzburg Museum“, dieser Name steht nicht nur für das Haupthaus, die Neue Residenz am Mozartplatz, sondern auch für weitere Standorte: Salzburger Glockenspiel, Spielzeug Museum, Festungsmuseum, Domgrabungsmuseum, Volkskunde Museum, Keltenmuseum Hallein und Stille Nacht Museum Hallein.
Seit 27. Juni 2026 ist das neue Museum „Orangerie Salzburg − Panorama | Welterbe“ eröffnet. Hier wird das Salzburg-Panorama von Johann Michael Sattler aus den Jahren 1825 bis 1829 neu präsentiert. Die Adaptierung des denkmalgeschützten Hauses zum neuen Besucher- und Ausstellungszentrum ist gelungen. Nun kehrte das Gemälde an nahezu jenen Ort zurück, an dem Sattler es vor 200 Jahren schuf. MHM architects sanierten und gestalteten den Bau im Mirabellgarten. Die mit dem Ars Electronica Futurelab in Linz generierten neuen digitalen interaktiven Vermittlungsangebote dienen Groß und Klein zur Erkundung der Stadt im Forum der Orangerie. Die erste Sonderausstellung „Welterbe Salzburg: Wer kümmert sich um die Stadt?!“ ist Auftakt einer Veranstaltungsreihe zu Kulturerbe und Lebensraum der Salzburger.
Am 20. September 2026 wird ein weiterer neuer Standort des „Salzburg Museum“ eingeweiht: das weltweit erste Museum „Sound of Music Salzburg“ auf dem historischen Areal von Schloss Hellbrunn. Das Ensemble aus Remise, Jäger- und Tierwärterhaus am Parkeingang wurde saniert. Als der Musicalfilm „The Sound of Music“ 1965 Premiere in New York hatte, war die anhaltende Faszination für die wahre Salzburger Familiengeschichte nicht absehbar. Der nahe berühmte Pavillon, originaler Drehort und Filmschauplatz, krönt den Museumsrundgang.
Im Herbst 2027 wird dann das hochattraktive Kulturareal in der Neuen Residenz mit der Salzburger Dependance der österreichischen Galerie Belvedere eröffnet und die Salzburger Altstadt und das Welterbe mit dem als grüne Oase neu gestalteten Belvedere-Hof weiter bereichern.
Salzburg ist auf vielfältige Weise zu erleben: zu Fuß, mit dem Fiaker, mit einem Fremdenführer − thematische individuelle Stadtwanderungen eröffnen jedoch neue Blickwinkel. Die Welterbe-Wanderung dauert etwa 2,5 Stunden und startet am Salzburger Dom, der zentraler Bestandteil des Rundgangs durch das DomQuartier ist. Weiter geht es zum Mozartplatz, wo die offizielle Plakette der UNESCO-Ehrung zu finden ist. Die nächsten Stationen führen auf den Nonnberg und zur Festung Hohensalzburg, zur Erzabtei St. Peter, entlang der Festspielhäuser und durch typische Gassen, Plätze und Durchhäuser zu Mozarts Geburtshaus. Weiter geht es über die Salzach in die Linzer Gasse, zum Friedhof St. Sebastian und Mirabellgarten. Über den Fluss gelangt man zurück auf die linke Seite der Altstadt. Wer mag, kann entlang der alten Stadtmauern den Mönchsberg erklimmen und den herrlichen Blick auf die Altstadt genießen.
Weitere Stadtwanderungen und Routen für die SmartGuideApp:
www.salzburg.info/stadtwandern
Der Sommer in Salzburg verspricht Kultur auf allen Ebenen. Herrliche Musik, fantastische Künstler, aufregende Kunst! Und der 270. Geburtstag Mozarts wird in diesem Jahr mit Konzerten und Ausstellungen gefeiert. Wer Mozart hören will, hat nicht nur während der „Salzburger Festspiele“ die Chance dazu. Bei den „Schlosskonzerten Mirabell“ im Marmorsaal stehen die Werke auf dem Programm ebenso wie bei den Festungskonzerten auf der Festung Hohensalzburg. Stimmungsvoll geht es beim „Date with Mozart – Nachmittagskonzerte zum Verlieben“ bzw. beim „Mozart Dinner Concert“ im Stiftskulinarium zu.
Ein Tipp für die ganze Familie: Das Salzburger Marionettentheater, das in 2026 zehn Jahre immaterielles UNESCO-Welterbe feiert, führt unter anderem seine Version von „Die Zauberflöte“ auf.
Alle Veranstaltungen zu Mozart unter:
Die „Salzburger Festspiele“ 2026 finden vom 17. Juli bis 30. August statt; sie bieten ein überragendes Angebot an Opern-, Schauspiel- und Konzertaufführungen. So wird Joana Mallwitz’ Inszenierung von Mozarts „Così fan tutte“ zu sehen sein. Besondere Highlights sind die Neuinszenierungen von Klassikern: Richard Strauss’ „Ariadne auf Naxos“ und George Bizets „Carmen“.
Freuen Sie sich auf zwei Schauspiel-Uraufführungen: Elfriede Jelineks „Unter Tieren“ und Peter Handkes „Schnee von gestern, Schnee von morgen“. Den „Jedermann“ verkörpert Philipp Hochmair in der Hauptrolle, die „neue“ Buhlschaft spielt Roxane Duran.
Die Wiener Philharmoniker spielen fünf Konzerte und werden von Gustavo Dudamel, Tugan Sokhiev, Riccardo Muti, Christian Thielemann und Andris Nelsons dirigiert. Ein Tipp: Im Rahmen der „Siemens Fest>Spiel>Nächte“ werden viele Opern und Konzerte kostenlos auf einer LED-Wand auf dem Kapitelplatz übertragen.
Kaum beginnt der Festspielsommer, wechselt Salzburg die Tonart: Die Mozartstadt wird zur Bühne der Eleganz. In der Hofstallgasse glänzen Roben, vor Premieren wird geschaut, gewunken, geflüstert – und die Kameras sind dort, wo Kunst, Politik, Wirtschaft und internationales Publikum einander begegnen. Diese Mischung aus Kulturereignis und Schaulaufen verwandelt die Stadt an der Salzach in ein Gesamtkunstwerk aus Klang, Kunst und Weltläufigkeit.
Mitten hinein setzt die bildende Kunst ihre Ausrufezeichen: auf Plätze, in Prunkräume, Galerien, Kirchen, Gärten und Ateliers. Salzburg spielt im Sommer nicht nur Oper, Schauspiel und Konzert – Salzburg inszeniert sich als begehbares Kunsttableau.
Der Star in diesem Sommer heißt Stephan Balkenhol. Mit „Là ci darem la mano“, der Verführungsarie aus „Don Giovanni“, bringt der Bildhauer Opernfiguren auf den Residenzplatz: Figaro, Elektra, Don Giovanni, Turandot, Othello, Carmen. Sie wirken wie neue Stadtbürger – lakonisch, würdevoll, rätselhaft. Salzburg kennt den Künstler längst von seiner „Sphaera“: Die goldene „Kugel mit männlicher Figur“ steht seit 2007 auf dem Kapitelplatz, scherzhaft „Balkenhol-Mozartkugel“ genannt; das weibliche Pendant lockt im Toscaninihof. Jetzt holt der Künstler den Geist der Oper in die Stadt – als Kurzschluss zwischen barocker Machtgeste, Mozartgeschichte und Gegenwart.
Apropos Mozart: Ottmar Hörl sorgt für den charmantesten Sommer-Coup. Rund 400 goldene Mozartfiguren bevölkern den Mirabellgarten, jede etwa einen halben Meter groß – „Mozart – Das unbezähmbare Genie“. Eine kleine Abordnung taucht im Wohnhaus Mozarts, beim Zauberflötenhäuschen und im Garten des Mozarteums auf. Salzburg liebt Mozart, Hörl macht daraus ein Pop-Ereignis: fotogen, demokratisch, mit Augenzwinkern.
Der rote Faden durch die Stadt ist der „Walk of Modern Art“. Die SmartGuideApp führt zu Stephan Balkenhol, Marina Abramović, Anselm Kiefer, Jaume Plensa, Erwin Wurm und anderen. Salzburg zeigt Seele: barocke Kulisse, zeitgenössischer Puls.
Auch die Galerien spielen mit. Bei Thaddaeus Ropac treffen Sean Scullys malerische Wucht und Not Vitals Weltläufigkeit auf Sommerluft. Nikolaus Ruzicska setzt mit Philipp Fürhofer auf lichtdramatische Gegenwart; Haas & Gschwandtner lassen mit Urban Icons von Banksy bis Ai Weiwei Pop, Protest und Markt vibrieren. Die spannende junge Galerie Elektrohalle Rhomberg im Gewerbegebiet Sam zeigt bis 5. September Philip Emde in der Einzelausstellung „. Corri .. and Door …“. In der Leica-Galerie: Alex Webb; im Fotohof: Mafalda Rakoš. Im Dommuseum setzt „LebensKunst. 800 Jahre Franz von Assisi“ einen stilleren, spirituellen Akzent.
Ein Schmankerl: Die Wiener Galerie Layr bespielt die Andräkirche am Mirabellplatz mit Matthias Noggler. Kunst in der Kirche – das klingt nach Andacht, wird hier aber zur Versuchsanordnung. Wer die wachen Ränder sucht, schaut in den Kunstverein: Dort wartet mit Ryan Gander ein international bekannter Name.
Dazu öffnet die Internationale Sommerakademie für bildende Kunst an drei Tagen ihre Studios (31. Juli, 14. und 28. August). Dann mischen sich zu Parfümduft und Sommerregen auch der Geruch von Farbe, Atelierluft und die Lust am Gespräch.
Gabi Czöppan